Exklusive Zuchtperlen

Unter all den Materialien, die in die Schmuckfertigung einfließen, sind Perlen zweifelsohne jene, um die sich die meisten Anekdoten und Mythen ranken. So gibt es allerlei Sagen und alte Volksglauben rund um die Bedeutung der Perle. Beispielsweise soll Königin Kleopatra ihrer Zeit mit einer in Wein aufgelösten Perle eine Wette gewonnen haben. Und zwar ging es darum, dass sie mit Marcus Antonius wettete, ihm ein teureres Mahl bieten zu können, als es ihm selbst möglich wäre. Der Sage nach gewann sie diese Wette, indem sie einen ihrer horrend teuren Perlen-Ohrringe vor den verblüfften Augen des Marcus Antonius in einem Glas Wein auflöste. Überdies galt die Perle in verschiedenen Kulturkreisen als Symbol für Jungfräulichkeit.

Dass der Perle auch heutzutage noch einige symbolische Deutung innewohnt, kann man z.B. daran ablesen, dass man auch Frauen von außergewöhnlicher Schönheit heutzutage noch als "Perle" bezeichnet. Ob derartigen verbalen Liebkosungen allerdings der angestrebte Erfolg beschieden ist, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Was die Gewinnung der Perlen anbelangt, geht es heutzutage weit unromantischer zu als früher. Wer noch die Vorstellung hegt, dass Perlentaucher mit Astralkörpern diese Schätze der See abtrotzen, der sollte sich schleunigst von dieser Vorstellung trennen. Denn nahezu alle Perlen, die heutzutage in Form von Schmuck gehandelt werden, sind Zuchtperlen.

Diese Perlen sind zwar, was ihre Beschaffenheit anbelangt, genauso natürlich wie echte Perlen. Nur das Zustandekommen von Zuchtperlen ist es nicht. Denn Zuchtperlen werden dadurch "hergestellt", da entsprechenden (für die Zucht geeigneten) Perlmuscheln ein geeigneter Fremdkörper eingesetzt wird, um die Bildung von Perlmutt anzuregen. Bei diesem Fremdkörper handelt es sich in aller Regel um ein Transplantat, das einer Spender-Muschel entnommen wird. Wie hochwertig eine Zuchtperle ausfällt, hängt anschließend davon ab, ob dieses Transplantat mit einem integrierten Kern oder ohne Kern eingesetzt wurde. Dabei werden die Perlen ohne Kern meist im Süßwasser kultiviert. Diese lassen sich in weit größerer Menge herstellen als jene mit Kern, die in aller Regel in den Gonaden von Salzwassermuscheln heranwachsen. Dadurch ist die Zucht von Perlen mit Kern weit aufwendiger. Es werden deutlich geringere Stückzahlen erzielt, wodurch der Anteil an Perlen, die keine handelsübliche Qualität erlangen, schwerer ins Gewicht fällt. Das macht insbesondere die Zuchtperlen mit Kern zu einer besonders exklusiven Variante. Ein prominentes Beispiel dafür wären beispielsweise die berühmten schwarzen Perlen von Tahiti, die zu den hochwertigsten ihrer Art zählen.